“Wo bisse wech?”
Fast scheint es so, als hätte der Beitrag “Dörmelig” hier im Blog andere Blogger aus der Region dazu motiviert, nach sprachlichen Besonderheiten zu suchen und diese zu dokumentieren.
So schreibt die Bielefelder Autorin des Blogs “Everything and in Between“, ihr Lieblingswort sei “weg”, insbesondere die regionale Verwendung des Wortes. Der Ostwestfale sagt nämlich gerne, er käme irgendwo “wech” statt “her”. Als Erklärung hierfür zitiert sie aus Matthias Borners Buch “Pömpel, Patt und Pillepoppen. Grundwortschatz zum Überleben in Bielefeld” (Link) folgende Passage:
Diese scheinbare Unbelehrbarkeit [Anm.: der Ostwestfalen] entspringt der Überzeugung, die einzig richtige Vokabel zu verwenden. Denn wenn jemand irgendwo herkommt, dann ist er ja nicht mehr dort, wo er ursprünglich war, sondern fehlt an jenem Ort – folglich ist er dort weg.
Ähnlich sieht es die Schreiberin des Blogs “Linsenland“. Die gebürtige Paderbornerin, nun aber in Bielefeld wohnende Autorin ist der Ansicht, die Frage “Wo kommst du wech?”…
…suggeriert damit dem aufmerksamen Zuhörer, dass der Fragende das “Wegkommen” tatsächlich entweder als Bewegung versteht oder ihm eine positive Grundstimmung zuerkennt (wer würde sich nicht darüber freuen, von irgendwo WEGzukommen?) Oder sogar Beides!
An der hiesigen Mundart Interessierte finden im aktuellen Beitrag auf “Linsenland” aber noch viele weitere dialektale Beobachtungen. So wird dort der Evergreen Vokalisierung angesprochen (“Kiache” statt “Kirche”), der “Pömpel” kommt nicht ebenfalls zu kurz und die westfälische Verlaufsform (“Ich war mich grad mit dem Mann am Kiosk am unterhalten.”) erhält auch ein wenig Aufmerksamkeit: siehe Link hier.
Links:
Everything and in Between – Wo bisse wech?
Linsenland – Pa-Pa-Padaboan, da hab ich mein Heaz verloan
Geschrieben am Montag, 09. November 2009
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