Demonstration für Bielefelder Subkultur
„Bielefeld ist wie jede andere Stadt“, sagte Helge Schneider einst bei seinem letzten Konzert in der Oetkerhalle. „Überall nur Geschäfte, Geschäfte, Geschäfte.“ Und das ist genau das, wogegen die Initiative Bielefelder Subkultur Einwände erhebt: Die Tendenz zur Monokultur.
Bevor aber alle Innenstädte aussehen wie mit Pimkies vollgestopft, will die Initiative zumindest den bisherigen Status Quo retten. Idealerweise sogar erweitern. Phrasenalarm: In Zeiten schlechter Kassen?
Das muss trotzdem sein, findet die Initiative Bielefelder Subkultur. Ende diesen Jahres muss das Kulturkombinat Kamp e.V. seine Räume verlassen (siehe NW-Artikel und Blogbeitrag), und diese Situation hat die Initiative zum Anlass genommen, mit einer Demonstration auf die kulturelle Gesamtlage der Stadt aufmerksam zu machen. Damit Bielefeld nicht noch unattraktiver wird und deshalb womöglich noch mehr Leute nach Berlin oder Hamburg abwandern.

Zirka 500 Menschen zeigten am Samstag auf dem Emil-Groß-Platz, dass ihnen Subkultur fern des Mainstreams wichtig ist. Als Sprecher der Initiative machte Hendrik Wortmann auf der Kundgebung deutlich, dass sich viele Leute bei kommerziellen Angeboten wie dem neuen Bahnhofsviertel einfach nicht wohl fühlten. „Wenn man eine Stadt mit Lebensqualität will, dann muss man sich ein Kultur- und Freizeitangebot leisten, dass nicht so aussieht, als wäre es von der Fertigungsstraße eines McDonald’s ausgespuckt worden“, so Wortmann.
Und nach dem Motto “Wenn ihr unsere Clubs schließt, tanzen wir in euren Vorgärten” spielten gleich mehrere Musikacts unter freiem Himmel auf, um die Kundgebung zu unterstützen. Der “Architekt a.k.a. Zuhälter” rappte, die “Snake Charmers” rocknrollten und die “The Von Duesz” experimentierten live mit tanzbaren Klängen.
Der anschließende Demo-Zug bis zum Jahnplatz sah dann wie folgt aus:
Ob die öffentliche Präsenz am Samstag positive Folgen haben wird, bleibt abzuwarten. Sollte das Kulturkombinat gerettet werden, verspricht Hendrik Wortmann jedenfalls, dass die Initiative weiter daran arbeiten wird, das kulturelle Leben in Bielefeld zu bereichern.
Mehr Bilder (zum Vergrößern anklicken):














Weiteres bei der NW:
Blogbeitrag vom 21. Juni 2010
Artikel: “Eine Stimme für die Subkultur”
Link:
http://bielefeldersubkultur.blogspot.com/
Kritik:
Esgibtsie.de – Demo-Nachlese
Gorgmorg.de – Subkultur
Geschrieben am Sonntag, 25. Juli 2010
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