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Arminias klinische Geldpumpe

Wenn die Detmolder Regierungspräsidentin den Vertrag zwischen dem Stadtklinikum Bielefeld und dem DSC Arminia billigen sollte (siehe NW-Artikel hier und hier), dann ist eines gewiss: Die Sportreporter werden auf die Angestellten des Krankenhauses neidisch sein. Für den Erhalt des 250.000 Euro-Kredits verpflichtet sich der Verein, dass alle verletzten Spieler zunächst dort behandelt werden. Und wo bekäme man sonst die besten Interna mit als während der Behandlung? Welch herrliche Situation das doch abgeben würde, wenn “Rübe” Kauf aus der Narkose erwacht und im Delirium alles erzählt, was man wissen will.

Nun wird öffentlich aber vielmehr daran Anstoß genommen, dass das Klinikum dem Sportverein Geld pumpt. Doch weshalb? Es dürfte nicht unüblich sein, dass jemand einem anderen Geld leiht. Dafür muss schließlich nicht unbedingt eine “seriöse” Bank herhalten, und wenn die Konditionen vertraglich festgelegt und in Ordnung sind, dürfte diesem Plan kaum etwas im Wege stehen. Zumal die Arminia zurückzahlt und sich durch die weiteren Bedingungen zu mehr als nur zu Geldleistungen verpflichtet. Ob sich der erwünschte Werbeeffekt für die neu eingerichtete Sportabteilung des Klinikums einstellt, das wird erst in Zukunft absehbar sein.

Was die PR betrifft, ist der Zeitpunkt aber in der Tat mehr als schlecht gewählt, und zwar aus Gründen, die nicht unmittelbar mit der Kreditvergabe in Verbindung stehen. Das Gesundheitssystem steht wegen seiner Kosten unter öffentlicher Dauerbeobachtung und gerade jetzt, wenn die Krankenkassen Zusatzbeiträge erheben, erweckt das Darlehen den Anschein, das Klinikum hätte “zuviel” Geld übrig. Vielleicht gibt es dafür aber irgendeinen Bilanzierungstrick.

Ob die Kreditvergabe rechtens ist, steht wie gesagt, noch durch die Entscheidung der Regierung aus. Aber ich habe heute im Internet bereits einen Satz gelesen (wo und von wem, bleibt besser mein Geheimnis), der die Meinung der Belegschaft widerspiegeln dürfte. Er lautet sinngemäß: “Jetzt hat die Verwaltung kein Argument mehr, Personalkosten im Klinikum zu drücken!”

[Update 4.2.] Einen neuen Artikel über die Verlust-Ausweisungen des Klinikums gibt es hier: Von Risiken und Entlastungen. Und einen Bericht von der Pressekonferenz an dieser Stelle: Arminia und Klinik verteidigen umstrittenen Kredit.

NW-Artikel:
Aufregung um Arminia-Deal
Regierungspräsidentin prüft Klinik-Kredit für Arminia

Weitere Blogger-Meinungen:
Blog5 – Eid des Hippokrates
Wildbits – Sport ist gesund?
almabu’s Blog – Ein Knochenbrecher-Job: Kreative Geschäftsanbahnung in Bielefeld


Geschrieben am Mittwoch, 03. Februar 2010
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2 Kommentare zu “Arminias klinische Geldpumpe”

  1. Neue Westfälische - Blogspot
    5. Februar 2010 um 12:37

    [...] der aktuellsten Nachrichten um den Fußballverein DSC Arminia (siehe NW-Artikel hier) erscheint der Blogbeitrag vom Mittwoch in völlig neuem und überholten Licht. Die Arminen befinden sich in höchster, finanzieller Not [...]

  2. Bernd Möller
    7. Februar 2010 um 12:38

    Wenn ein (angeblicher) Habenichts (angeblichen) Habenichtsen Kredit gewährt, muss dann die (ausstehende) Tariferhöhung dem Krankenhaus gespendet werden? – So kann ein Krankenhaus mehr einnehmen als viele Bankenhäuser ausgeben! – Ich werde mal meine Krankenkasse fragen, ob eine Beitragserstattung erfolgt wenn das gesund macht…

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