Straßen pökeln

Wer in OWL spätestens gestern Abend einen Blick aus dem Fenster geworfen hat, wird wissen: Salz ist einer der wichtigsten Stoffe auf diesem Planeten. Denn der Winter ist noch lange nicht vorbei. Nach einer kurzen Atempause sind die Straßen wieder verschneit, weshalb zum Beispiel der Gütersloher Blogger “Salid” heute morgen einige Probleme unterwegs mit dem Auto hatte. Allerdings schien es auf seinem Weg keinen Mangel an Streusalz gegeben zu haben. Zitat (siehe Link hier):
Das totale Chaos auf der Straße, aber ist ja auch kein Wunder wenn mal wieder nur gestreut wird und nicht geräumt.
Diese Beobachtung widerspricht den meisten anderen Erfahrungen aus der Region. Nicht nur in den NW-Berichten, auch im Bielefelder Blog “MOKEL.org” heißt es, dass OWLs Kommunen ihre Vorräte an Salz aufgebraucht hätten. Daraus folgt, Zitat (siehe Link hier):
Bemerkbar ist dies vor allem durch die massiv veränderte Fahrphysik und spiegelglatte Kreuzungen in OWL.
So kommt es, dass zusammenkrachende Autos kleine Leute nicht schlafen lassen, wie den Sohn von “Engelchenfiona” (siehe Link hier).
Für den privaten Gebrauch weiß “Kochsiek.org”, dass ein Baumarkt in Detmold wieder Streusalz verkauft. Allerdings ist dies dort nur begrenzt zu bekommen. 50 Kilogramm pro Person sind das Maximum, das ein Einzelner kaufen kann. Dass das Salz im Laden Mangelware war ist insofern merkwürdig, als dass es vielerorts gar nicht eingesetzt werden darf, weiß der Autor (siehe Link hier).
Solte sich also jeder an Recht und Gesetz gehalten haben, kann dies nur damit erklärt werden, dass ein regelrechter Streusalz-Tourismus eingesetzt hat. In Bielefeld darf das – korrekt bezeichnete – “Auftausalz” nämlich verwendet werden (siehe Link “Räumverpflichtung Bielefeld“).
Doch offenbar wissen auch dann einige Leute nicht, dass bei zugeschneiten Gehwegen wenn, dann beides getan werden muss: Geräumt und gestreut. Der Bielefelder Blogger Thomas weiß bei “wildbits.de” davon zu berichten, was einem die Laune “verhagelt”, wenn man es nicht richtig macht. Zitat (siehe Link hier):
Auch wenn jeder wohl seine spezielle Technik hat, um den Schnee zu beseitigen, so scheint das Kratzen wohl immer dazu zu gehören. Und wenn ich ehrlich bin, nervt es ungemein. Sicher, ich verspüre nicht die geringste Lust, mich am frühen Morgen auf die Nase zu legen oder durch eine dicke Schneedecke zu laufen, wenn ich zur Stadtbahnhaltestelle gehe. Aber schon um 5:30 Uhr aus der Nachbarschaft dieses Geräusch zu hören, sorgt nicht für die richtige Laune beim Frühstück.
Hinzu kommt, dass einige Nachbarn gar nicht den Schnee räumen und andere großzügig mit Salz hantieren. Wenn ich dann das Gleichgewicht verliere, dann weil ich auf nassem Stein ausrutsche. Salz macht nicht lustig, sondern hinterlässt Flecken auf den Schuhen.
Es ist nicht immer einfach. Aber ein paar Tage müssen wir wohl noch alle dadurch. Und es gab einmal Zeiten, in denen uns das Gewürz deshalb kostbar war, weil wir damit Lebensmittel haltbarer machen konnten. Heute pökeln wir damit die Straßen.
Links:
Salid and his World – Der Schnee ist zurück
MOKEL.org – Salz
Engelchenfionas Blog – Rums hat’s gemacht
kochsiek.org – Salzstreuer
Wildbits.de – Kratzen vor der Tür
(Bild: kevindooley, Lizenz)
Geschrieben am Montag, 25. Januar 2010
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25. Januar 2010 um 22:25
In Lage ist es – im Gegensatz wie im Beitrag erwähnten Bielefeld – jedoch nicht erlaubt, “Auftausalz” zu nutzen … es sei den, in Extremsituationen.
Dazu die Straßenreinigungsordnung der Stadt hier:
http://kochsiek.org/blog/2010/01/08/winterdienst-in-lage/
Schönen Gruß aus Lage,
Jens