Der Anspruch an’s Theater
Wer sich häufiger Theaterstücke ansieht, weiß, dass die Bühneninszenierungen immer nur Interpretationen von Vorlagen sind. Mal möchte der Regisseur aktuelles Tagesgeschehen in ein sehr altes Stück mit einbringen, ein anderes Mal kann es geschehen, dass die Zuschauer auf ein sehr experimentierfreudiges Ensemble treffen.
Menschen, die aus Film und Fernsehen eher seichte Handlungsstränge gewöhnt sind, haben gegenüber solchen Darbietungen oft gewisse Verständnisprobleme und übersehen, dass das Theater eben auch einen Bildungsauftrag besitzt und zum Denken anregen soll. Selbst bei Aufführungen des für Kinder gedachten Stücks “Ronja Räubertochter” können schnell einige Leute unzufrieden werden.
Genau dies hat Blogger “corona” bei einem Besuch des Ronja-Stücks im Theater Bielefeld erlebt. Ihm selbst gefiel die Aufführung gut, so beschreibt er es auf seinem Blog “fimpern.de“. Allerdings beschreibt er auch auf amüsante Art und Weise, wie schnell ein solcher Abend etwas eingetrübt werden kann, wenn Sitznachbarn laut ihren Unmut kundtun. Zitat:
“Ach – das Stück ist ja gar nicht schön.”
“Richtig, das Stück ist ja gar nicht schööön.“
“Schön wäre ja wenn mal ein schönes Märchen gegeben würde – so in schönen Kostümen und überhaupt mit allem in schööön.”
“Schön wäre z.B. Die Schöne und das Biest oder Tischlein deck’ dich.“
“Diese Lindgren-Sachen sind ja nicht schön. Und das Bühnenbild schon gar nicht.”
Dazu passt auch, dass die zitierten Herrschaften in der Pause ihre selbst mitgebrachten Snacks ausgepackt haben. Was bekanntlich im Theater nicht erlaubt ist.
Wie die Angelegenheit ausgegangen ist, lässt sich unter folgendem Link nachlesen:
(Bild: petermilli, Lizenz)
Geschrieben am Freitag, 08. Januar 2010
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8. Januar 2010 um 13:39
Ronja Räubertochter ist ein modernes Märchen und kein klassisches wie eines der Gebrüder Grimm deshalb darf das Bühnenbild auch modern sein. Es ist vielleicht etwas schlicht gehalten, erfüllt aber wunderbar alle Anforderungen und dient gleichzeitig als Mattisburg, Höhle, Höllenschlund und Waldboden.
Ziel, der Inzenierung, war es auch das die Umsetzung nicht dem Fernseh/Kinofilm angeglichen wird und ich finde das ist dem Regisseur, Bühnenbild und Kostümbild sehr gut gelungen.
8. Januar 2010 um 20:09
Mh, bei so Theatervostellungen für Kinder dürfen die Kinder durchaus essen mitbringen und in der Pause verzehren.
Nichts desto trotz. Das Stück war doch wunderbar und ich habe bisher auch noch nie jemanden was gegenteiliges hören sagen. Zum Glück! Als ich die Vorstellung besuchte, war der Saal begeistert und ich habe noch nie ein Weihnachtsmärchen erlebt, bei dem es im Publikum so leise war, weil die kleinen Zuschauer so gebannt waren.