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Vom Wesen Bielefelds08. Februar 2010

Während die Metropole am Teutoburger Wald in fußballtechnischer Hinsicht hartnäckig daran arbeitet, den Gerüchten um seine Nicht-Existenz den Garaus zu machen, kommt von anderer Seite Gegenwind. Aleks Scholz vom bekannten Blog “Riesenmaschine” ist es nun mit einer Wortkreation gelungen, dass die Stadt emotionalen Eingang in die deutsche Sprache gefunden hat.

Im aktuellen Blogbeitrag beschreibt er “Gegenden ohne jedes Selbstwertgefühl” als “bielefeldartige Orte“.

Zum Vergleich führt er einen kürzlich, auf einer Auslandsreise, besuchten Ort an. Zitat (siehe Link hier):

Beim chilenischen Bielefeld zum Beispiel handelt es sich um ein grosses Dorf namens Combarbala irgendwo in der Wüstenei, eine knappe Tagesreise nördlich von Santiago. Wir haben dieses Nichtding kürzlich mal ausprobiert und folgendes ist zu berichten. Combarbala hat dem Antitouristen im Vergleich zu Bielefeld folgende zwei Vorzüge zu bieten: Tiere und Internet, beides kostenlos und frei herumlaufend. Mehr gibt es dort nicht, aber das wäre jetzt schon zuviel verraten.

In der Tat: Tiere - einige Katzen und Insekten ausgenommen - und Internet laufen bei uns nicht kostenlos und frei herum. Wer das aber für einen Mangel hält, kann bestimmt entsprechende Reformvorschläge beim Stadtrat einbringen.

Doch es ist damit auch Zeit für die Einsicht, dass der Rest der Republik nicht von der Bielefeld-Verschwörung abzubringen ist, bestimmt auch nicht mit einen Film oder mithilfe vieler Fußballskandale. Immerhin können wir nunmehr adjektivisch glänzen, wenn anderen Orten unsere Eigenschaften sprachlich übergestülpt werden.

“Bielefeldartig”. Klingt eigentlich ganz hübsch.

Link:
Riesenmaschine - Ontologisches Reisen

Bloglinks aus OWL vom 6.2.201006. Februar 2010

  • Bei Blog5 wissen die Schreiber, wie der DSC Arminia finanziell zu retten ist. Die haben was auf dem Kasten: Link
  • Vater werden ist nicht schwer weiß Frank, bezweifelt es aber gleich wieder, als er die dafür notwendigen Schritte an einem Vormittag bei Bielefelds Ämtern gehen will: Link
  • Wenn man vorher bereits eine Zusage für einen Job hat, ist die Bewerbung nur noch eine reine Formsache. Es gibt aber immer noch Personalabteilungen, die für den einfachen Empfang solcher Schreiben überfordert sind. Madita weiß davon zu berichten: Link
  • Im Fitnessstudio lässt es sich unabhängig von Witterungsverhältnissen joggen, auch bequem nebeneinander, auf mehreren Laufbändern. Wie man in dieser Situtation trotzdem jemanden beim Laufen überholen kann, weiß Birgit aus Gütersloh: Link
  • Hobby-Ornithologie während der Forschungsarbeit. “The Blög” beobachtet selten gesehene Vogelarten vor dem Bielefelder Uni-Gebäude: Link
  • Lutz berichtet vom Spiel Arminia gegen Greuther Fürth und findet keine guten Worte dafür. Dazu hat er reichlich gute Fotos von der Begegnung geschossen: Blog-Bericht und Foto-Link

P.S.: Das neue NW-Magazin ist draußen. Besonders spannend für die Internet-Nerds ist darin das Pro und Contra über Social Networks wie Facebook und Co. in der Rubrik “Schwarz-Weiß”. Hier geht’s lang.

Arminias Finanznot: Was Twitter dazu weiß und glaubt05. Februar 2010

Angesichts der aktuellsten Nachrichten um den Fußballverein DSC Arminia (siehe NW-Artikel hier) erscheint der Blogbeitrag vom Mittwoch in völlig neuem und überholten Licht. Die Arminen befinden sich in höchster, finanzieller Not und man fühlt sich beinahe dazu verleitet, zum Telefonhörer zu greifen und Peter Zwegat um Hilfe anzurufen.

Der Kurznachrichtendienst Twitter überschlug sich seit Bekanntwerden des Engpasses beinahe. Und dabei blieben Kritik und Häme nicht aus. Ein paar Beispiele.

Von den Fans der sportlichen Gegner schienen diese Bemerkungen zu kommen:

Andere resignieren beinahe schon:

Daneben überwiegt aber die Zahl der Stimmen, die die Lage eher gelassen sehen oder sogar mit konstruktiven Ideen aufwarten können:

NW-Artikel:
Arminia: Klub steht vor Zahlungsunfähigkeit

Außerdem:
“Offener Brief an alle Arminen” von den DSC-Geschäftsführern Detlev Dammeier und Heinz Anders

Arminias klinische Geldpumpe03. Februar 2010

Wenn die Detmolder Regierungspräsidentin den Vertrag zwischen dem Stadtklinikum Bielefeld und dem DSC Arminia billigen sollte (siehe NW-Artikel hier und hier), dann ist eines gewiss: Die Sportreporter werden auf die Angestellten des Krankenhauses neidisch sein. Für den Erhalt des 250.000 Euro-Kredits verpflichtet sich der Verein, dass alle verletzten Spieler zunächst dort behandelt werden. Und wo bekäme man sonst die besten Interna mit als während der Behandlung? Welch herrliche Situation das doch abgeben würde, wenn “Rübe” Kauf aus der Narkose erwacht und im Delirium alles erzählt, was man wissen will.

Nun wird öffentlich aber vielmehr daran Anstoß genommen, dass das Klinikum dem Sportverein Geld pumpt. Doch weshalb? Es dürfte nicht unüblich sein, dass jemand einem anderen Geld leiht. Dafür muss schließlich nicht unbedingt eine “seriöse” Bank herhalten, und wenn die Konditionen vertraglich festgelegt und in Ordnung sind, dürfte diesem Plan kaum etwas im Wege stehen. Zumal die Arminia zurückzahlt und sich durch die weiteren Bedingungen zu mehr als nur zu Geldleistungen verpflichtet. Ob sich der erwünschte Werbeeffekt für die neu eingerichtete Sportabteilung des Klinikums einstellt, das wird erst in Zukunft absehbar sein.

Was die PR betrifft, ist der Zeitpunkt aber in der Tat mehr als schlecht gewählt, und zwar aus Gründen, die nicht unmittelbar mit der Kreditvergabe in Verbindung stehen. Das Gesundheitssystem steht wegen seiner Kosten unter öffentlicher Dauerbeobachtung und gerade jetzt, wenn die Krankenkassen Zusatzbeiträge erheben, erweckt das Darlehen den Anschein, das Klinikum hätte “zuviel” Geld übrig. Vielleicht gibt es dafür aber irgendeinen Bilanzierungstrick.

Ob die Kreditvergabe rechtens ist, steht wie gesagt, noch durch die Entscheidung der Regierung aus. Aber ich habe heute im Internet bereits einen Satz gelesen (wo und von wem, bleibt besser mein Geheimnis), der die Meinung der Belegschaft widerspiegeln dürfte. Er lautet sinngemäß: “Jetzt hat die Verwaltung kein Argument mehr, Personalkosten im Klinikum zu drücken!”

[Update 4.2.] Einen neuen Artikel über die Verlust-Ausweisungen des Klinikums gibt es hier: Von Risiken und Entlastungen. Und einen Bericht von der Pressekonferenz an dieser Stelle: Arminia und Klinik verteidigen umstrittenen Kredit.

NW-Artikel:
Aufregung um Arminia-Deal
Regierungspräsidentin prüft Klinik-Kredit für Arminia

Weitere Blogger-Meinungen:
Blog5 - Eid des Hippokrates
Wildbits - Sport ist gesund?
almabu’s Blog - Ein Knochenbrecher-Job: Kreative Geschäftsanbahnung in Bielefeld

Konkurrenz für das iPad03. Februar 2010

Kaum präsentiert Apple seinen neuesten Coup, das iPad (siehe Blogbeitrag hier), reagieren die Discounter vor Ort mit eigenen Tablett-Geräten.

So geht’s auch, Berliner Morgenpost!02. Februar 2010

Bei diesen Umfragewerten kann Frau von der Leyen ganz zufrieden sein über ihre ersten 100 Tage als Arbeitsministerin (siehe Link hier).

[gefunden im BILDBlog und im Blog von NDR-Extra3]

Immer noch: Rufnummer unterdrückt01. Februar 2010

Folgende Situation dürfte jedem Leser hinreichend bekannt sein: Man hat sich viel vorgenommen oder will seine Ruhe, doch das Telefon will plötzlich nicht mehr stillstehen. Dann sitzt man hier - so wie ich - vor einem großen Berg Papier, den es abzuarbeiten gilt, kommt aber nicht dazu, weil es permanent klingelt. Dazu kommt noch die Meldung auf dem Display: “Rufnummer unterdrückt”.

Nun würde mir der eine oder die andere raten, einfach nicht ranzugehen, weil es sich aller Wahrscheinlichkeit um Werbeanrufe handelt. Und zwar um sehr dreiste, da das Unterdrücken der Rufnummer bei Werbeanrufen seit dem vierten August letzten Jahres nicht mehr gestattet ist (siehe § 102 Telekommunikationsgesetz). Vielleicht geht es aber nicht nur mir so, dass es innerhalb des Bekanntenkreises immer noch ein paar Personen gibt, denen diese Rufnummernübermittlung aus welchen Gründen auch immer nicht möglich ist. Bei mir hadern zum Beispiel meine Eltern schon seit Jahren mit diesem Problem.

Daher ging ich heute auch schon fünf sechs Mal an’s Telefon, um im Anschluss jeweils nach dem gleichen Schema ein kurzes Rauschen zu hören, bevor die Verbindung wieder abbrach. Da ich mir nun nicht schlüssig bin, wie ich diese Art von Anrufen unterbinden kann, ist nur die richtige Folge, den Eltern und Bekannten zu raten, wie sie ihre Rufnummernübermittlung aktivieren können. Dann ist es mir zumindest möglich, die weiterhin unbekannten zu ignorieren.

Wie sich nach kurzer Recherche herausstellte, ist die Rufnummer generell bei allen Anschlüssen unterdrückt (CLIR-Funktion), wenn sie vor dem ersten Januar 1998 bereitgestellt wurden (siehe Link hier). Das dürfte bei noch ziemlich vielen Teilnehmern der Fall sein, insbesondere wenn sie älteren Jahrgangs sind und es sich nicht zutrauen, den Wust und die Fachtermini zu durchschauen. Dem ließe sich aber abhelfen: Frau Zeller vom Telekom-Kundenservice versicherte mir soeben telefonisch noch einmal, dass die Bereitstellung der Funktion (CLIR 2) mit keinerlei Kosten oder neuen Vertragslaufzeiten verbunden sei. Lediglich ein Anruf dort sei notwendig, die entsprechenden Kundendaten sollte man zur Hand haben.

Ich werde das mal bei den wenigen Fällen innerhalb meines Bekanntenkreises verbreiten. Und sollte dann nochmal so ein “Unbekannter Teilnehmer”-Anruf bei mir ankommen, wird einfach aufgelegt.

(Bild: mangpages, Lizenz)

Das neue Magazin31. Januar 2010

Die Abonnenten der NW werden es an diesem Wochenende mitbekommen haben und diejenigen, die nicht unter einem medialen Stein gelebt haben, ebenfalls: Wir machen es den Großen der Branche nach und haben jetzt ebenfalls ein Magazin! Das ist zwar nicht klein und geheftet wie bei der Süddeutschen oder der ZEIT, dafür ist es größer (siehe Bild). Neben altbewährtem wie Reise-, Immobilien- und Automobilteil gibt es darin auch jede Menge neuer Inhalte.

Einige Rubriken daraus sind auch online, bei nw-news.de, verfügbar (siehe Link hier). So bloggt der Chef jetzt “seine Woche” und für die unter 14-Jährigen gibt es eine neue Seite. Daneben gibt es ein Porträt zu lesen (diese Woche: Fritz Pleitgen) und es wird ein Ort aus der Region genauer vorgestellt (aktuell: Bad Oeynhausen). Die gedruckte Version bietet allerdings noch ein paar Extras wie die “Kulturarena” oder “Brief aus Paris”, um nur zwei zu nennen.

Wie es seit einiger Zeit bei der NW üblich ist, ist die Kommentarfunktion im Onlinebereich unter allen Beiträgen freigeschaltet. Und die wird auch hier bereits rege genutzt. In der Rubrik “Schwarz-Weiß” nehmen jeweils zwei Redakteure unterschiedliche Standpunkte zu einem Thema ein. Momentan befürwortet Carsten Heil die nicht gerade zurückhaltenden Urteilssprüche Dieter Bohlens bei “Deutschland sucht den Superstar”. Nicole Hille-Priebe hingegen findet, Bohlen sei ein “Quoten-Rüpel statt Vorbild”. Die Diskussion dazu nimmt schon konkrete Formen an. Allerdings zugunsten Bohlens, was mich sehr überrascht.

Es gibt also ein bisschen mehr zu lesen am Wochenende. Schön. Und wir können gespannt sein, wie sich das neue Magazin in den nächsten Wochen entwickelt.

Link:
NW-Magazin

Video-Remixe mit Google Street View30. Januar 2010

Derzeit wird in Bielefeld heiß über den Dienst “Street View” von Google diskutiert. Durch einen Antrag der Fraktionen von SPD, Grünen und FDP soll nun die Verwaltung Widerspruch einlegen gegen die Abbildung öffentlicher Gebäude in Streetview. Außerdem sollen Bürger zur Wahrung ihrer Persönlichkeitsrechte unterstützt werden (siehe NW-Artikel hier).

Über das Für und Wider von Googles Dienst soll an dieser Stelle nicht gestritten werden. Doch anscheinend eröffnet Street View neben bloßer Orientierungshilfe noch ungeahnte Möglichkeiten, zum Beispiel in der Videokunst. Bei Spreeblick wurde auf ein Video des Künstlers Craig Robinson hingewiesen. Indem er in Streetview die Strecke New Hampshire Avenue und Pico Boulevard in Los Angeles abfährt, dem Ort des Geschehens in Massive Attacks Musikvideo “Unfinished Sympathy”, “remixed” er es auf ganz neue Weise.


(Zum Betrachten Bild anklicken; Weiterleitung)

Zur Erinnerung hier noch einmal das Original:

NW-Artikel:
Bielefeld wehrt sich gegen Google Street View

Links:
Spreeblick - Unfinished Sympathy: Das Massive-Attack-Video in Google Street View
Craig Robinsons “Unfinished Sympathy” in Google Street View

Amok sitzen29. Januar 2010

Am vergangenen Mittwoch fand die Großübung “Lükex” (”Länderübergreifende Übung des Krisenmanagements”) in mehreren Orten in NRW statt. So auch während eines Handballspiels des TBV Lemgo in der Lipperlandhalle. Dabei sollte unter anderem getestet werden, wie gut die Einsatzkräfte bei einem Terroranschlag untereinander kommunizieren können (siehe NW-Artikel hier und hier).

Der Autor des Nieheimer Blogs “marens.de” weist mit einem Link darauf hin, wie so ein Einsatzplan vor Ort aussehen kann. Hier ein Beispiel vom “Lükex”-Einsatzort am Flughafen Köln/Bonn:

Wäre der Sinn und Zweck der Übung nicht bekannt, könnte man diesem Plan durchaus einen spielerischen Charakter angedeihen lassen. Das Kind im Manne gerät jedenfalls schnell in Versuchung, mit den kleinen Feuerwehrautos herumzuspielen.

Ob von jemandem mit ostwestfälischem Gemüt jemals ein gewalttätiger Akt zu befürchten ist, darf stark bezweifelt werden. Terror und Gewalt sind von einem “Drämelpott” in der Regel nicht zu erwarten. Eine derart energiebedürftige Tat wäre viel zu anstrengend. Blogger Uwe aus Bielefeld bringt diesen Gemütszustand mit einem von ihm gehörten Zitat auf den Punkt (siehe Link hier):

Ob ich mir vorstellen könnte, Amok zu laufen? Wenn, dann sitze ich Amok.

Eine Einsicht, die solche Einsatzübungen aber nicht obsolet machen soll. Der Terror muss schließlich nicht unbedingt von den Eingeborenen ausgehen.

NW-Artikel:
OWL: Lippe probt heute Terrorszenario (26.1.)
Helfer trainieren Einsatz nach Terroranschlag

Anderswo:
Marens.de - Twitter-Updates vom 29.01.2010
Esgibtsie.de - Warum man in Kneipen gehen soll

(Bildquelle: WDR)


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